Über alle Gewinner bei animago 2012 haben wir bereits vergangene Woche berichtet. Jetzt nehmen wir die einzelnen Gewinnerbeträge genauer unter die Lupe und stellen euch als erstes „Timeride Vienna“ von FaberCourtial vor.

Dieser Film konnte sich dieses Jahr beim animago von seine 4 mit nominierten Beiträgen abheben und den animago Award  für die „Beste Stereo 3D Produktion“ sichern.

An dieser Stelle möchten wir nochmals herzlich gratulieren.

In diesem Film geht es um die Geschichte Wiens. Angefangen von den Dinosaurier über die Belagerung von den Türken bis zur Neuzeit. Wie in einem Art Tunnel wird man durch die verschiedenen Epochen geführt und es kommt „das gewisse Etwas“ Gefühl wenn man den Film sieht.

Von den Dinosauriern wird man von einem Insektenschwarm in die römische Siedlung Vindobona geführt.

Time Travel Vienna
Danach führt dieser Tunnel direkt in eine Rattenkolonie, die sich durch die Baustelle des Stephansdom in Wien zur Zeit der schweren Pestseuche bewegt.

Daraufhin befindet man sich innerhalb vom Dom und kann gut modellierte und animierte Tauben sehen, die kurze Zeit später auch außerhalb des Doms fliegen. Diese Tauben spielen kurze darauf auch eine wichtige Rolle, denn sie führen mitten in eine Schlacht mitten in Wien.

Time Travel ViennaTime Travel Vienna

Time Travel Vienna
Die Kriegszeiten werden düster mit heftigen Explosionen und Flugzeugbomber am Himmel dargestellt, das Ganze dann abgerundet mit der Mischung aus CG und Filmaufnahmen, wobei die gefilmten Personen das typische Aussehen der entsprechenden Epoche darstellen.

Time Travel Vienna
Beeindruckende Details wo man auch hinschaut. Verzierte Ornamente, die Detailreiche Uhr die im Clip stets als Begleiter dabei ist und alle Details rund um den Stephansdom zeugen von der liebe zum Detail.

Diese „historische“ Verfilmung konnte durch lange Einstellungen und die Tatsache, dass sie auf herkömmliche vordergründige Raum- und 5D-Effekte verzichtet haben besonders beeindrucken.

In der animago Special Ausgabe der Digital Production gibt es einen spannenden Beitrag über diesen Gewinner.

Darin wird berichtet, dass der Auftraggeber nicht nur auf bei Technik einen hohen Anspruch gestellt hat. Jörg Courtail berichtet, dass die komplette Stadt Wien in drei Zeitphasen modelliert werden musste, denn die Szenen sollten nicht nur spektakulär sein sondern auch wissenschaftlich recherchiert werden sollte bis hin zu Grabenverläufen, Kanonentypen etc. bei der Belagerung.

Die wechselnden Kameraperspektiven erwiesen sich mehrfach als Vorteil. Bei der Gestaltung von den römischen Legionären, bei der Feuerbestattung des Kaisers Marcus Aurelius oder der Not und Elend der leidenden Menschen zur Wiener Pestzeit und auch andere Charaktere konnte auf einzelne Gestaltungselemente verzichten.

FaberCourtial hat sich zudem zugunsten von CGI entschieden, was die Anpassungen der Gestik, des Bewegungstimings ebenso wie der Ausleuchtung während des Produktionsverlaufs erleichterte.

Das in Darmstadt angesiedelte Unternehmen hat ca. vier Monate am „Timeride Vienna“ Projekt gearbeitet. Das Projekt an sich umfasste insgesamt vier Filme mit einer Produktionsdauer von acht Monaten.

Die Entscheidung der 3D Software spielte eine enorme Rolle, da diese den Workflow auch mit entscheidet. FaberCourtial entschied sich für Autodesk 3ds Max, Nuke, zBrush, Autodesk Softimage und Adobe Photoshop.

Folgende Lead Artists waren mit beteiligt:

  • Nils Rosenow: Kreaturmodellierung
  • Timm Schwehm: Reconstruction
  • Daniel Hirschnitz: Texturierung
  • Claudio Rocco: Modeling

Wie Peter Dehn der Digital Production mitteile, können die Besucher des „Erlebnismuseums TimeTravel Vienna“ Marksteine der Geschichte Wiens in Rollercoaster-Sessel aus ungewöhnlichen Perspektiven und im stereoskopischen Raum erleben.