Meisterliche Gewölbe mit riesigen Säulen, Treppen, Brücken und dazu beeindruckende Maschinen ohne erkennbare Funktion. Vermummte Gestalten, die in dunklen Ecken lauern und nackte Figuren in leidender Haltung.

Genau damit hat der französische 3D Artist Gregoire Dupond in seinem Kurzfilm die Kupferstichplatten von Piranesi in CINEMA 4D zum Leben erweckt.

In der Animation handelt es sich um eine Serie von 16 Kupferstichen des italienischen Künstlers Giovanni Battista Piranesi, die in der Zeit zwischen 1745 und 1761 entstanden sind. Selbst heute noch beeinflussen Piranesi`s Stiche viele Designer, Filmemacher, Autoren und Künstler. Gregoire Dupond verfolgte mit diesen einzigartigen Werken einen ganz neuen Ansatz und machte die komplette Serie zum Thema seines Kurzfilms.

Es ist nicht bekannt, warum Piranesi diese Motive schuf. Seine sonstigen Themen waren Landschaftsmotive und verschiedene Ansichten römischer Ruinen, die heute noch in Italien zu finden sind. Seine Bilder fallen komplett aus dem Rahmen seiner sonstigen Werke. Die Visionen, die in den Carcieri dargestellt werden, zeugen unter anderem von starken Gewalteinwirkungen. Dabei sind diese aber im gleichen Augenblick auch faszinierend und wurden auch für eine Vielzahl von Künstlern zur Inspiration. Vielleicht ist aus diesem Grund die immerhin schon über 250 Jahre alte Sammlung von Kupferstichen nicht längst vergessen worden.

Ausgestattet mit CINEMA 4D erschuf Gregoire Dupond diesen Kurzfilm. In dieser erforscht eine Kamera die gigantischen Kerker von Piranesi.  Im Film führt der 3D Artist die Kamerafahrten durch verschiedene Öffnungen wie z.B. Türen, Fenster und Lüftungen.

Damit kann er ohne Probleme zwischen den verschiedenen Schauplätzen wechseln und dennoch die unterschiedlichen Stiche bzw. Carzieri miteinander verbinden.

Die Umsetzung dieses sehr anspruchsvollen Projektes in CINEMA 4D ist genauso einfach wie verblüffend:

Die Kupferstiche der Verliese werden nur in jeweils einer Ansicht gezeigt. Mit dieser Grundbasis musste Dupond „NUR“ eine vereinfachte Version der Geometrie modellieren.  Mithilfe einer Textur projizierte er einzelne hochauflösende Grafiken der Kupferstichplatten auf die zuvor erstellten 3D Objekte. Daraufhin wird der Kamerapfad in einzelnen Schritten entweder via Keyframes oder via Spline platziert und animiert.

Diese Technik wird öfters eingesetzt, da es bei einigen Projekten sehr hilfreich sein kann und dies dennoch nicht erkannt wird. Zudem spart man enorm an Renderzeiten ein.

Der 3D Artist konnte die Werke fast Original in CINEMA 4D übernehmen:

Piranesi Werk vergleich zwischen Original und CINEMA 4D Animation

Piranesi Werk vergleich zwischen Original und CINEMA 4D Animation

Leider können bei diesem Verfahren einige Verzerrungen bei den Texturen entstehen. Diese können aber dann als Stilmittel genutzt werden, dass die neu gewonnene Tiefe des ursprünglich 2D Werkes noch unterstreicht.
Neben der Kamerafahrt durch die Architekturlandschaft nutzt Gregoire Dupond sein Projekt auch dazu, um die einzelnen Stiche im Detail zu erkunden. So konnte er in seinem Kurzfilm kleinste Details mit CINEMA 4D in die Mitte der Aufmerksamkeit rücken.

Das beeindruckende Resultat seiner Bemühungen zeigt eindrucksvoll, dass man mit der richtigen Inspiration und einem Werkzeug wie CINEMA 4D einzigartige Resultate erzielen kann. Das Ganze kann zudem ohne riesigen technischen Aufwand und mit einem überschaubaren Budget erstellt werden!