Letzte Woche haben wir uns hier an dieser Stelle mit Denkfehler Nr. 5 beschäftigt: Mitgelieferte Software ist nutzlos. Heute geht es um Denkfehler Nummer 5:

„Hardware ist überall die gleiche.“

Viele Anwender glauben, dass Hardware überall und bei jedem Hersteller identisch ist. Wenn ich mir eine Festplatte, Arbeitsspeicher, etc. mit der identischen Kapazität hole, ist das doch stets das gleiche, oder?

In wie weit gleicht sich Hardware wirklich?

Tatsächlich sind die Prozessoren, zum Beispiel ein Intel Xeon E3-1225, stets dieselben, wenn diese in Rechnern verschiedener Hersteller verbaut sind.
Schon beim Arbeitsspeicher trennt sich die Spreu vom Weizen. Hier ist lediglich der Standard, beispielsweise DDR3-1866 der gleiche, jedoch könnt ihr aus dieser Angabe nicht herauslesen, wer der Hersteller des Speichers ist. Hier kommt es darauf an, für welchen Temperaturbereich der Speicher ausgelegt ist und wie lange die Lebensdauer bei Volllast vom Hersteller garantiert wird.

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Nicht alles steht im Datenblatt

Ihr könnt nicht auf Anhieb aus einem Datenblatt eines Komplettrechners herauslesen, von welchem Hersteller eure Festplatte oder euer Arbeitsspeicher ist bzw. bei Notebooks welcher Panel-Hersteller das Display-Panel liefert. Solche Angaben stehen meist nicht in den Datenblättern. Um diese Hersteller zu identifizieren, müsstet ihr schon euren Rechner aufschrauben und auf die Etiketten der einzelnen Systemkomponenten schauen.

Die Anforderungen, für die eine Hardwarekomponente ausgelegt ist, stehen natürlich ebenso nicht in einem Datenblatt. Jedoch unterscheiden sich genau hier die Hersteller.
Sehr schön ist hier das Beispiel eines Flugzeuges. Warum ist ein Flugzeug so teuer? Das Material und die Arbeitszeit zur Montage, die man hineinstecken muss, kosten nicht einmal die Hälfte. Jedoch gilt für ein Flugzeug eine sehr geringe Fehlertoleranz. Der Hersteller muss also entwickeln und sehr viel testen, um die Sicherheit und höchste Zuverlässigkeit sicherstellen zu können.

Um das Ganze wieder auf die Computer-Hardware-Hersteller zu übertragen: Hier gibt es welche, die ihre Produkte auf 2 Jahre Lebensdauer auslegen, quasi ein „Wegwerf-Produkt“ produzieren, und solche, die ihre Geräte auf mindestens 5 Jahre Lebensdauer und eine 10-jährige Verfügbarkeit von Ersatzteilen auslegen. Solche Angaben findet ihr nicht auf 2 Zeilen im Datenblatt, hier müsst ihr wirklich die Profis fragen, welcher Hersteller welches Entwicklungskonzept verfolgt.

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Kompatibilitätslisten für höchste Zuverlässigkeit

Wenn ihr sicherstellen wollt, dass alle eure Hardware-Komponenten 100%-ig zueinander kompatibel sind, solltet ihr euch an den Hersteller eures Vertrauens wenden. Hier gibt es Kompatibilitätslisten, auf der die unterstützen Komponenten stehen. Natürlich habt ihr hier nicht die volle Auswahl. So kann es sein, dass z.B. bei SSD-Festplatten eine Variante mit 160 GB und die nächsthöhere mit 256 GB auf der Optionsliste stehen. Im freien Handel gibt es auch SSDs mit 180 GB Kapazität. Diese steht jedoch nicht auf der Kompatibilitätsliste und somit ist dann nicht sichergestellt, dass sie den hohen Anforderungen des Herstellers genügt und ob bei deren Einsatz euer System weiterhin zuverlässig läuft. Unter Umständen macht ihr hier mit dem „schwächsten Glied“ euer ganzes System langsam oder sogar instabil.

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Fazit – Worauf müsst ihr achten?

Hardware ist nicht gleich Hardware. Bei professionellen Workstations haben wir nicht immer die volle Auswahl an sämtlichen Grafikkarten oder Festplatten, sondern nur die Wahl zwischen den Komponenten, die vom Hersteller zertifiziert sind und somit höchsten Ansprüchen genügen.

Wenn ihr eine Beratung benötigt, mehr wissen wollt oder nähere Informationen zu einer bestimmten Hardware-Komponente benötigt, dann schreibt uns unter info@software3d.de

Nächste Woche beschäftigen wir uns in unserer Serie mit Hardware-Denkfehler Nr. 7: Konfigurierte Hardware ist nur teurer.

 

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