Heute stellen wir Euch ein Cinema 4D Tool vor, welches uns auf der aktuellen 3D FMX-Messe in Stuttgart begegnet ist. Wir haben viel Neues und Tolles gesehn, was aber besonders aufgefallen ist, war ein Werkzeug, welches schon seit Jahren verwendet wird und jetzt immer mehr, vor allem in der Filmbranche, zum Einsatz kommt.

 

Aufwendige Modellings, hohe Kosten und lange Bearbeitungs- und Renderzeiten – viele kennen die Probleme einer Animations- oder Filmproduktion. MAXON hat, wie für so viele andere Hindernisse auch, eine Lösung gefunden. Anstatt alle Details einzeln zu modellieren, verwendet der Cinema 4D Hersteller eine andere Möglichkeit und greift in diesem Fall auf einfache Texturierungsmöglichkeiten zurück. Ein neues Cinema 4D Tool entsteht: Projection Man. Das ursprünglich für Sony Pictures Imageworks entwickelte Tool wurde zur Produktion von weltweit bekannten Filmen wie Polar Express oder Beowulf verwendet. Schon seit der Cinema 4D Prime R11 ist dieses Tool jetzt auch für alle Cinema 4D Benutzer inklusive!

Dieses Werkzeug kann man zum besseren Verständnis mit dem „Matte-Painting“-Prinzip vergleichen. Beim Matte-Painting wird ein Teil der Filmkulisse auf eine Leinwand oder Glasscheibe aufgemalt. Die Szenen werden dann vor dieser statischen oder auch bewegten Leinwand aufgenommen, um teure Außenaufnahmen zu sparen.

Viele bekannte Filmproduktionen wurden nach diesem Verfahren umgesetzt. Die berühmtesten dürften unter anderem beide Star-Wars-Trilogien, die Herr-der-Ringe Reihe und Peter Jacksons King Kong sein.

Heutzutage wird allerdings fast alles digital erstellt. An diesem Punkt kommen wir zurück zum Projection Man, welches auch als „Digitales Matte-Painting“ bezeichnet wird. Auch hier wird mit Bildern gearbeitet, die auf eine einfache 3D-Szenerie als Texturierung aufgebracht werden. Zum Beispiel wird das Foto eines Wolkenkratzers auf einen Quader oder eine Wiesenlandschaft auf eine einfache Ebene aufgelegt. Dies erleichtert aufwendige Modellierarbeiten und wirkt mit Hilfe von zum Beispiel Echtaufnahmen sehr detailgetreu. Dadurch, dass bei Projection Man mit 3D-Objekten im Raum gearbeitet wird, passen sich die Lichtquellen, Schattenwürfe und Reflektionen beim Verändern des Kamerawinkels mit an. Außerdem werden durch das Vermeiden von vielen einzelnen Objekten und Polygonen lange Bearbeitungs- und Renderzeiten eingespart. Die Ergebnisse sind faszinierende, realitätsnahe Animationen und Renderings.

Wie oben schon erwähnt, arbeiten immer mehr Animation- und Filmstudios mit diesem Werkzeug. Zum Beispiel wurde diese Technik in dem neuen Film „3faltig“ mit Christian Tramitz viel genutzt. Die Landschaft gleich zu Beginn des unten angehängten Trailers und die Endszene im Film, in der Gott die Welt neu erschafft, wurden mit Projection Man erstellt.

Fazit:
1. Projection Man ist zum Erstellen von Animationen mit sehr vielen Details echt super und spart sehr viel Modellierarbeit.
2. Am besten eignet es sich für weite Ansichten von Landschaften oder auch Skylines.
3. Mit Projection Man arbeitet man im sogenannten „2 1/2D“ Bereich. Es können keine großen Winkelveränderungen der Kamera vorgenommen werden, ist allerdings für kurze Bewegungen und Zoom total ausreichend.

Lasst euch doch einfach mal von unserem Mini-Showreel zu Beginn des Blogs inspirieren. Viel Spaß beim Ausprobieren!