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Äffle & Pferdle in 3D

Foto: SWR/Armin Lang

Foto: SWR/Armin Lang

Auch wenn sich bei uns im software3D.de-Team nur 1 richtiger Schwabe befindet, kennen wir alle das württembergische Tierduo „Äffle und Pferdle“. Die beiden bilden seit fünfzig Jahren ein Gespann. Jetzt gibt es die Zeichentrickfiguren auch computeranimiert und in 3D. Obwohl wir für und mit 3D leben und 3D lieben, müssen wir leider sagen dass den beiden neuen irgendwie der Charme verloren gegangen ist.

Das findet auch Marc Reichwein, Journalist der Welt der in seinem Artikel näher drauf eingeht:
Fernsehsozialisierte Kinder von gestern und heute, lasst Euch sagen: Man kann im „Ländle“ gar nicht aufwachsen, ohne zwei Tiere zu kennen, die so sprechen, Pardon, „schwätzen“ wie zwei schwäbische – ja, was eigentlich? Schwäbische Simpel? Simpel ist eigentlich ein schwäbisches Schimpfwort. Aber es sind natürlich sympathische Simpel. Dem Volk aufs Maul geschaut mit zwei Zeichentrickfiguren – da lassen sich sogar Schwaben Humor gefallen.

Seit 1963 sind „Äffle“ und „Pferdle“ als Trickfiguren zwischen den Werbespots im Südwestrundfunk (früher: SDR) zu sehen. Die Cartoons, in denen der unverwechselbare Dialekt der Region gesprochen wird, greifen typisch schwäbische Verhaltensformen auf. Das „Pferdle“ ist dabei eine Referenz an das Stuttgarter Stadtwappen – das „Äffle“ möglicherweise an die Wilhelma, den Stuttgarter Zoo. Später kam dann auch noch die Hundedame Schlabbinchen dazu. Die Tiere zählen jedenfalls zu den beliebtesten Charakteren in Baden-Württemberg und haben allein auf Facebook über 73.000 Follower.

 

In 3D wie desinfiziert

Nun hat die Abteilung Forschung & Entwicklung des Instituts für Animation, Visual Effects und digitale Postproduktion an der Filmakademie Baden-Württemberg neue Produktionstechniken für die beliebten schwäbischen Zeichentrickfiguren entwickelt. Dadurch sind die Äffle und Pferde seit neustem auch als Computer-Animationen zu bewundern.

Die animierten Sequenzen, die (ähnlich den Mainzelmännchen im ZDF) zwischen den ausgestrahlten Werbespots gezeigt werden, wurden bis 1998 mit der Hand gezeichnet. Die Entwicklung der neuen Produktionstechniken und die erstmalige 3D-Adaption, die auf der Website der R&D-Abteilung mit mehreren Videobeispielen veranschaulicht werden, sollen nun die Basis für die Produktion von neuen Episoden bilden.

Dabei sollen Charme und Stil der Originale angeblich beibehalten werden. Aber ein erster Blick auf die 3D-Videos zeigt, dass Äffle und Pferde doch ein wenig steril daherkommen. Als hätte man nach einer gründlichen Kehrwoche noch etwas Desinfektionsmittel durchs Bild geschickt: frei nach dem Motto:

Schlabbinchen: Habt ihr zwee eier Kehrwoch scho gmacht?

Äffle & Pferdle: Nadirlich!

Schlabbinchen: Und warum hab ich eich dann nur en Dag putzen gsehn?

Also, wenn man die Optik schon aufräumt, sollte man nicht auch gleich den ganzen Charme wegputzen, oder?