Animago Award 2011 - Unser Fazit
Gestern Abend war es soweit. Die animago-Awards wurden in 12 verschiedenen Kategorien verliehen und wir waren live dabei.

Grundsätzlich war die Veranstaltung aus unserer Sicht ein tolles Erlebnis. Der animago ist ein sehr renomierter Preis und eine Nominierung allein ist eine riesen Auszeichnung, da so extrem viele Beiträge eingereicht werden und nur die besten 5 werden nominiert (das bedeutet kurz vorgestellt) und nur einer davon gewinnt; das ist Wahnsinn! Schön dabei ist, dass man wirkliche 3D Artists in Action beobachtet und aktuelle Werke sieht, aus all den Bereichen die in 3D bearbeitet werden. Ein ganzer Abend voller Faszination für 3D.

Im Live-Ticker haben wir via Facebook alle Preisträger genannt und kurz beschrieben. Heute wollen wir vorab aber schon mal ein tieferes Feedback geben und den einen oder anderen Beitrag nehmen wir natürlich nochmal ganz im Detail unter die Lupe, zumal wir einige von den Nominierten und den Preisträgern kennen. Was mich persönlich überrascht hat, dass sehr viele Beiträge sehr düstere Stimmungen hatten und der Tod oft eine wichtige Rolle spielte. Dem gegenüber setzten sich bei den Gewinnern wieder einige extrem witzige und unterhaltsame und technisch hervorragende Animationen durch.

Hier die Gewinner:

AWARD für die „Beste Nachwuchsproduktion“ ging an die Abschlussarbeit von Stephan Sacher und Michael Herm. Die beiden haben mit dem Film „Chump and Clump“ wohl nicht sehr originelle Namen gefunden, aber für einige Lacher gesorgt. Die Figuren sind sehr einfach gebaut und erinnert etwas an „Bernd das Brot“. Aber die Story und Umsetzung ist toll. Die beiden Figuren treffen sich im Winter an einer Bus-Haltestelle. Um bei der Kälte die Wartezeit zu verkürzen fangen sie an mächtig zu trinken und landen dann so richtig im Delirium… Sehr witzige Arbeit! Damit haben die beiden 3.000 € und Software im Wert von 10.000 $ verdient, denn dieser Preis geht an Künstler, die die Sachen nicht für einen Kunden, sondern nur aus Faszination und quasi ohne Budget gemacht haben. Hier könnt Ihr die eingereichte Animation sehen.Das gehört belohnt !

Chump And Clump from Talking Animals on Vimeo.

 

 

 

 

AWARD für „Beste interaktive Produktion“ ging an „~sedna touch Image“ mit einem intuitivem Multi-Touch-System. Das wurde für Axel Springer entwickelt, um Redakteuren die Bildauswahl zu erleichtern.

AWARD für „Beste Visualisierung“ ging an „Bacon, Anyone?“ von Florian Köhne und Hannes Hoepfner von der FH Potsdam für einen kleinen Film (u.a. mit CINEMA 4D gemacht) der sehr geil zeigt, wie ein Künstler heutzutage Geld verdient und wer da alles noch mit verdient. Das zeigt eindrucksvoll wie schwer das Leben als Rockstar sein kann.

AWARD für „Bestes Character Design“ ging an „Nuts & Robbers“, ein Film von Peter Lepeniatis von ToonBox. Dieses Filmchen ist sehr lustig und setzt sich gegen ausgezeichnete Konkurrenz durch. Verdient, da die Story und Umsetzung toll ist und die Charaktere (ein paar Mäuse und ein paar Bankräuber) wirklich überzeugend die Geschichte und Emotionen präsentieren.

AWARD für die „Beste Werbeproduktion“ ging an „Subaru: The Car Parts“ von Timo Schaeddel von Infected Postproduction GmbH. Hier wird eine ganze „märchenhafte“ Welt gebaut, aus Autoteilen. Tolle Idee!

 

 

AWARD für die „Beste Stereo 3D Animation“ ging an Florian Werzinski. Die Arbeit ist eigentlich seine Diplom-Arbeit, ich kann mir kaum vorstellen wie lange er daran gesessen hat. Diese Animation ist eine komplette Verfolgungsjagd zwischen Polizei und dem Pizza-Kurier Luigi. Dabei rasen die durch eine italienische Stadt, überall gibt es Kollisionen und Ausweichmanöver und es fliegen Teilchen durch die Luft und das ganze noch in stereoskopischem 3D. Am Ende ist es sogar noch ne lustige Story!

AWARD für den „Besten digital animierten Kurzfilm“ ging an „Flamingo Pride“ von Tomer Eshed. Der Film handelt von einer Party-Insel voller homosexueller, rosa Flamingos, wo einer „anders“ ist und Liebe sucht. Während die anderen Flamingos quasi jedes Ballerman-Klischee beleben versucht der einsame Held sein Glück und hat so manchen Lacher… Neben dem Witz ist der Film sehr moralisch und hat wohl auch daher die Jury verdient überzeugt.

AWARD für das „Beste Game Design“ ging an das Spiel „L.A. Noire“ von Rockstar. Hier haben uns beim zuschauen sofort die wirklich geniale Lip-Sync begeistert, was wohl dadurch erzeugt wird, dass unzählige Sensoren und Hochgeschwindigkeits-Kameras Schauspieler filmen und in digitale Figuren umwandeln. So kann beim Game selbst, kleine Reaktionen als Hinweise zur Lösung des Falls fungieren.

 

 

Beim AWARD für das „Beste Still“ haben wir für unseren Favoriten Stefan Haberkorn mitgefiebert, der ein DDR Klassenzimmer gebaut hat. Der Award ging aber letztlich an Juan Siquier mit dem Bild „WC“. Bei Einzelbildern ist es wahnsinnig schwer das Beste zu finden. Denn erstens werden in dieser Kategorie die meisten Werke eingereicht (40% der Einreichungen waren Stills), und zweitens muss ein Bild eine komplette Geschichte erzählen. Ich glaube wir könnten da keinen Favoriten wählen, dann in einem Zusammenschnitt haben wir zahlreiche Einreichungen gesehen und da war so viel tolles Material dabei. Sehr schwere Auswahl und Gratulation für den Sieger!

AWARD als „Digital-Production Leserpreis“ ging an den Kinofilm „Rango“ von Paramout und Industrial Light & Magic. Hier sind eigentlich die bekannten Block-Buster gegeneinander angetreten. Ich selbst habe „Rango“ gesehen und das ist schon eine wirklich großartige Arbeit welche die Artist da vollbracht haben. Hut ab!

 

 

AWARD für die „Beste Postproduktion“ ging an das Computerspiel „Assassin’s Creed: Revelation“. Auch hier kommt man aus dem Schwärmen für die Grafiken und den Photorealismus nicht raus. In der Postpro werden nochmal Fehler korrigiert und alles hübsch gemacht. Wenn also nach der Postproduktion etwas nicht stimmt ist es schlechte Qualitätsarbeit. Damit hat die Postproduktion schon einen besonderen Stellenwert.

 

 

Zu Guter Letzt gab es einen AWARD als „Sonderpreis der Jury“. Diesen verdiente sich Simon Fiedler, der unter anderem mit Cinema4D das Werk „Droplets“ erzeugte.

Allen Gewinnern zollen wir unseren Respekt und gratulieren wir recht herzlich. Gern zeigen wir bald die einzelnen Werke. Es ist immer wieder schön zu sehen, was am Ende aus der Software gemacht wird, mit denen die Artists arbeiten. Wir freuen uns daher auch immer über Einreichungen und Anwender-Stories!
Animago Award 2011 Sieger
Hier seht Ihr noch einmal alle Sieger des Animago Awards 2011.