„Zwischen Fotorealismus und Abstraktion“ lautete der Slogan bei „Ending Overfishing“ von Uli Henrik Streckenbach von der Burg Giebichenstein-Kunsthochschule in Halle. Mit diesem beeindruckenden Werk konnte er die Jurymitglieder und das Publikum begeistern und sich letztendlich den animago Award sichern.

Seine schwere Konkurrenz machte es ihm nicht einfach, aber letztendlich hat er sich trotz allem behauptet.

Wir möchten Uli Henrik Streckenbach recht herzlich gratulieren & unseren Respekt erweisen.


„Ending Overfishing“ ist keine typische Realisierung. Das Werk greift eine ganze Palette von Fakten auf und visualisiert auf spielerische Art und Weise die Ernstheit einer gravierenden Situation. Es regt zum Nachdenken an und ist gerade durch die Visualisierung sehr einprägsam.

In der animago Sonderausgabe der Digital Production gibt es einen interessanten Bericht darüber, den wir kurz anschneiden wollen.

Uli Hendrik will im Gegensatz zu herkömmlichen Dokumentarfilmen den Fokus auf die wichtigen Punkte, nämlich die Fakten lenken. Deshalb hat er sich auch für ein modellhaften Low-Poly Look entschieden, der nicht ablenkt vom wesentlichen.

Ending Overfishing

Mit der Verwendung von Adobe InDesign, Adobe Illustrator, Adobe Photoshop, Adobe After Effects und Autodesk 3ds Max kamen einige Software Anwendungen zum tragen.

Der Digital Production teilte er mit:

„Ich habe mich stehts gefragt, wie viel visuelle Informationen man benötigt, um etwas darzustellen. Ein Fisch muss ja nicht fotorealistisch aussehen, um ihn als Fisch zu erkennen. Jede Kinderzeichnung eines Fisches zeigt das. Ich habe mich daher für einen Mittelweg aus totaler Abstraktion und Fotorealismus entschieden.“

Seine kreative Idee hat genau diese Aussage widergespiegelt. Gerade seine stilistischen Darstellungen haben die Sachlichkeit und Dringlichkeit seines Werkes noch mal unterstrichen.

Wichtig war es ihm aber sich nicht nur über alles zu beschweren sondern auch die bloßen Fakten wiederzugeben. Er entschied sich dafür die Vorstellungskraft nicht besonders anzuregen, da die Aussage an sich schon für sich spricht.

Anstatt riesiger Netze und Großfangschiffe zu verwenden hat er sich auf minimalistische Szenen konzentriert. Seine gewagte Anspielung auf die europäische Politik traf wirklich ins Schwarze. Laut Digital Production ruft Streckenbach dazu auf, sich aktiv am Prozess einzubringen und vor allem im Europäischen Parlament wegweisende Entscheidungen zu erreichen.

Ending OverfishingEnding Overfishing

Im Alleingang, also Recherche des Themas, Produktion, Design, Regie, Animation, Rendering und Compositing, hat er diesen Film erstellt und ihm „Leben“ eingehaucht. An dem Hochschulprojekt arbeitete der Gewinner zehn Wochen. In weiteren 3 Wochen entstanden dann der neue Schluss, kleinere Bearbeitungen sowie Übersetzungen.

Dieser Film liegt in deutscher und englischer Sprache sowie in sechs weiteren Fassungen vor. Zudem entstanden in den drei Wochen auch sämtliche Sound- und Musikproduktionen. Die größte technische Herausforderungen stellten die Partikelsysteme in Form der Fischschwärme dar, die sich zwischen dem Erdkern und der Wasseroberfläche bewegen sollten.

Ending Overfishing

Auch die Tatsache, dass das 3D Programm nicht so funktionierte, wie er es wollte, stellte eine weitere Herausforderung dar. Die „Fisch am Haken Szene“ hat einige Fische und Haken übergangen.

Ending Overfishing

Mittlerweile zeigen neben der mit produzierenden Nichtregierungsorganisation OCEAN2012, auch Greenpeace, Oceana und Birdlife den Gewinnerfilm auf ihren Plattformen.

Wir sind schon gespannt auf die Beiträge, die beim animago 2013 Nominiert werden und ob Uli Hendrik Streckenbach wieder mit vertreten ist.