Letzte Woche haben wir uns hier an dieser Stelle mit Denkfehler Nr. 2 beschäftigt: Externe Geräte sind genau so leistungsfähig wie interne. Heute folgt Denkfehler Nummer 3:

„SSD Festplatten sind immer schneller.“

Das ist so nicht richtig. Von der Technologie her kann man SSDs und klassische Festplatten nicht miteinander vergleichen. Sie haben zwar die gleiche Schnittstelle, beispielsweise SATA oder SAS, sind intern aber komplett anders aufgebaut. Ein großer Unterschied sind die verschiedenen Zugriffsmuster: Bei einer „normalen“ Festplatte werden die Daten mit Hilfe von Spuren auf die einzelnen Bereiche geschrieben, auf die immer nur selektiert zugegriffen werden kann. Eine SSD (Solid State Drive) dagegen kann auf sämtliche Daten von jeder Stelle gleichschnell zugreifen.SSD_2

Wo spielt die SSD ihre Stärken aus?

Die SSD spielt ihre Stärken aus, wenn auf Daten, die an verschiedenen Orten auf der Platte liegen, gleichzeitig zugegriffen werden muss. Dies ist vor allem beim Betriebssystem der Fall, wenn auf tausende DLLs, Registry-Einträge etc. zugegriffen werden muss. Der Zugriff auf Programmdaten ist, wenn überhaupt, nur minimal schneller. Das liegt daran, dass viele Anwendungsprogramme über Jahre hinweg für klassische Festplatten optimiert worden sind.

SSDs weisen nominal sehr hohe Transferraten auf; dies kann bei normalen Festplatten durch sequentiellen Zugriff jedoch auch erreicht werden. Ihr solltet beachten, dass SSDs das 3-4-fache normaler Festplatten kosten, ihr jedoch nur minimal an Leistung dazu gewinnt. Daher empfehlen wir einen Mix aus einer SSD als Systemplatte und einer klassischen Festplatte als Speichermedium für eure Daten. Das Betriebssystem und die Anwendungsdateien an sich installiert ihr am Besten auf der SSD, die Daten speichert ihr auf einer normalen Festplatte. Diese gibt es mit Geschwindigkeiten bis zu 15.000 Umdrehungen pro Minute, des Weiteren könnt ihr das Ganze als RAID zusammenschalten um weitere Geschwindigkeitsvorteile zu erzielen, vor allem aber seid ihr hier sehr kosteneffektiv.

 

Set of solid state drives (SSD)

Fazit – Worauf müsst ihr achten?

Als Fazit zu Denkfehler Nr.3 kann ich sagen, dass ihr solchen Pauschalurteilen nicht vertrauen solltet. Vielmehr könnt ihr euch überlegen, was für eure jeweilige Anwendung das Beste ist. SSD oder eine Kombination aus SSD und klassischer Festplatte? Andere Systeme profitieren von sehr viel Arbeitsspeicher, der als Cache benutzt wird. So gibt es durchaus Workstations mit einem halben Terabyte Arbeitsspeicher, der morgens vollgeladen wird und anschließend nur noch mit diesem gearbeitet wird. Hier lohnt sich der Einsatz von SSDs ebenfalls kaum. Wie immer gilt: Fragt die Profis.

Wenn ihr eine Beratung benötigt, mehr wissen wollt oder nähere Informationen zu einer bestimmten Hardware-Komponente benötigt, dann schreibt uns unter info@software3d.de

Nächste Woche beschäftigen wir uns in unserer Serie mit Hardware-Denkfehler Nr. 4: Ein RAID ist ein Backup.

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