Metashape für Vermesser

Photogrammetrie im Vermessungsalltag scheitert selten an der Rekonstruktion. Sie scheitert an den Fragen davor und danach: Wie viele Passpunkte braucht der Block, welche Genauigkeit trägt man in der Referenzansicht ein, welches Höhenmodell ist die richtige Grundlage, und wie belegt man am Ende gegenüber dem Auftraggeber, dass das Ergebnis der vereinbarten Toleranz entspricht.

Diese Seite bündelt unsere Beiträge zu Agisoft Metashape entlang des tatsächlichen Arbeitsablaufs, von der Flugplanung bis zur Abgabe. Sie ist als Einstieg gedacht, nicht als vollständiges Handbuch.

1. Aufnahme und Befliegung

Fehler in der Aufnahme lassen sich in der Auswertung nicht reparieren. Entscheidend sind Überlappung, Flughöhe und damit die Bodenauflösung, die Aufnahmegeometrie und die Frage, ob zusätzliche Schrägaufnahmen nötig sind. Steile Flanken, Fassaden und Schüttkörper brauchen mehr als reine Nadiraufnahmen.

2. Georeferenzierung und Genauigkeit

Der wichtigste Abschnitt und zugleich der, in dem die meisten Projekte still danebenliegen. Ein niedriger Reprojektionsfehler belegt keine Lagegenauigkeit, und wer alle eingemessenen Ziele als Passpunkte verwendet, hat am Ende keine unabhängige Kontrolle. Hier geht es um die Trennung von Pass- und Kontrollpunkten, um realistische Genauigkeitswerte für GPS, RTK und PPK und um das Lesen typischer Fehlerbilder.

  • Genauigkeit belegen: RMSE und Kontrollpunkte in Metashape (ab 27.10.2026)
  • Koordinatensysteme in Metashape richtig umrechnen (ab 17.12.2026)

3. Punktwolke und Höhenmodell

Aus derselben Punktwolke entstehen zwei grundverschiedene Produkte. Ein digitales Oberflächenmodell enthält Gebäude und Bewuchs, ein digitales Geländemodell nur die Erdoberfläche. Welches gebraucht wird, entscheidet die Aufgabe, und die Bodenklassifizierung entscheidet, wie gut das Geländemodell wird.

4. Volumen und Massenermittlung

Volumen sind das Ergebnis, das am schnellsten abgerechnet wird. Halden werden gegen eine Bezugsebene gerechnet, Erdmassen über den Vergleich zweier Befliegungen. In beiden Fällen wirkt sich ein systematischer Höhenfehler vollflächig aus: Fünf Zentimeter Versatz auf 20.000 Quadratmetern ergeben rund 1.000 Kubikmeter, die nie bewegt wurden.

  • Volumen aus Drohnenbildern: Halden und Cut/Fill in Metashape (ab 10.11.2026)

5. Große Datensätze und Automatisierung

Ab einigen tausend Bildern ändert sich die Arbeitsweise. Chunks, Network Processing und die Python-Schnittstelle sind dann keine Kür mehr, sondern die Voraussetzung dafür, dass ein Projekt überhaupt in vertretbarer Zeit durchläuft und alle Auswertungen mit identischen Parametern gerechnet werden.

  • Zehntausende Drohnenbilder in Metashape verarbeiten (ab 03.11.2026)
  • Vom Drohnenflug zur vermessungsreifen Auswertung: Software, Drohne, Workstation (ab 06.10.2026)

6. Laserscans und Photogrammetrie kombinieren

Innenräume und verschattete Bereiche sind photogrammetrisch aufwändig, mit einem terrestrischen Scanner dagegen schnell erfasst. Umgekehrt liefert die Drohne Dachflächen und Textur in einer Qualität, die Scannerkameras nicht erreichen. Metashape Professional führt beides in einem Projekt zusammen.

7. Versionen, Lizenzen und Betrieb

Metashape wird als dauerhafte Lizenz verkauft, wahlweise an einen Rechner gebunden oder als Floating-Lizenz über einen Lizenzserver. Für Teams, in denen mehr Personen gelegentlich als dauerhaft auswerten, ist die Floating-Variante meist die günstigere Rechnung.

8. Metashape im Vergleich

Metashape ist nicht die einzige Option. Welche Software passt, hängt weniger an Rechenergebnissen als an der Frage, wie festgelegt ein Betrieb auf eine Hardwarelinie ist und wie viel Kontrolle über den Prozess gebraucht wird.

Software und Einarbeitung

Metashape gibt es in zwei Editionen. Metashape Standard deckt die Modellerstellung ab, Metashape Professional bringt alles mit, was im Vermessungskontext gebraucht wird: Passpunkte und Kontrollpunkte, Koordinatensysteme und Geoide, Höhenmodelle und Orthomosaike, Laserscan-Import, Multispektralverarbeitung, Python-Schnittstelle und Network Processing. Für Hochschulen und Forschung gibt es eine Bildungsversion.

Zum Einstieg bieten wir zwei deutschsprachige Videotrainings an: Photogrammetrie Grundlagen und Metashape für den generellen Ablauf und die Aufnahmeplanung, sowie Vermessung mit Drohnen und Metashape Professional für den vermessungstechnischen Teil mit Flugplanung und Passpunkten.

Einen Überblick über unser gesamtes Angebot rund um Drohnenvermessung finden Sie auf der Themenseite Vermessung mit Drohnen.

Beratung

Bei der Auswahl der passenden Edition, beim Vergleich von Einzelplatz- und Floating-Lizenzen und beim Aufsetzen eines Lizenzservers helfen wir weiter. Auch wenn ein konkretes Projekt ansteht und die Frage ist, ob Photogrammetrie das richtige Verfahren dafür ist, lohnt ein kurzes Gespräch vor der Befliegung mehr als eine Fehlersuche danach.

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