Eine Drohnenbefliegung liefert am Ende oft mehrere hundert Einzelbilder. Bis daraus ein vermessungsfähiges Orthomosaik oder ein digitales Geländemodell wird, durchläuft das Projekt in Agisoft Metashape mehrere klar abgegrenzte Schritte. Wer den Ablauf einmal sauber verstanden hat, kommt reproduzierbar von der Rohaufnahme zum georeferenzierten Ergebnis. Dieser Beitrag geht den Weg der Reihe nach durch: Ausrichtung der Bilder, Einbinden von Passpunkten, Aufbau des Geländemodells, Orthofoto-Generierung und Vermessung.
AgisoftMetashape Professional – Photogrammetrie Software von Agisoft€3.420,00€3.965,53Zur Lizenz
Schritt 1: Bilder ausrichten
Am Anfang steht die photogrammetrische Ausrichtung. Metashape sucht in den Fotos übereinstimmende Punkte, berechnet daraus die Kamerapositionen und erzeugt eine erste dünne Punktwolke. Verarbeitet werden Nadir- und Schrägaufnahmen ebenso wie Nahbereichsbilder; die Kamerakalibrierung inklusive Fisheye erfolgt automatisch. Aus den EXIF-Daten oder dem Fluglog übernimmt die Software bereits eine grobe Georeferenzierung, die später über Passpunkte präzisiert wird.
Schritt 2: Passpunkte (GCPs) setzen
Für vermessungstaugliche Genauigkeit sind Ground Control Points entscheidend. Die eingemessenen Passpunkte werden importiert und in den Bildern markiert; codierte und uncodierte Marker lassen sich automatisch erkennen, was die Zuordnung beschleunigt. Über die Passpunkte wird das Projekt in ein reales Koordinatensystem eingepasst – Metashape unterstützt EPSG-Systeme wie WGS84 oder UTM. Wer ohne Positionierungsausrüstung skalieren möchte, kann alternativ mit einer Maßstabsleiste eine bekannte Referenzdistanz vorgeben.
Schritt 3: Dichte Punktwolke und Geländemodell (DEM)
Nach der Ausrichtung folgt die dichte Punktwolke, die sich klassifizieren und bereinigen lässt – etwa um Bodenpunkte für ein digitales Geländemodell von der Vegetation zu trennen. Auf dieser Basis erzeugt Metashape wahlweise ein digitales Oberflächenmodell (DSM) oder ein digitales Geländemodell (DTM). Höhenbezüge lassen sich über Geoid-Gitter konfigurieren, und das DEM kann mit Bruchkanten und Füllwerkzeugen nachbearbeitet werden.
Schritt 4: Orthomosaik erzeugen
Das georeferenzierte Orthomosaik entsteht aus den ausgerichteten Bildern und dem Geländemodell. Ausgegeben wird das GIS-kompatible GeoTIFF-Format; für sehr große Projekte ist ein blockweiser Export möglich. Eine Farbkorrektur sorgt für eine homogene Textur, ein Ghosting-Filter reduziert Artefakte durch bewegte Objekte während der Befliegung.
Schritt 5: Messen und exportieren
Im fertigen Modell stehen integrierte Werkzeuge für Strecken, Flächen und Volumina bereit. Für weitergehende Analysen lassen sich die Ergebnisse dank zahlreicher Exportformate in externe GIS- oder CAD-Programme übergeben. Wiederkehrende Abläufe können über die Batch-Verarbeitung sowie die Python- und Java-Schnittstelle automatisiert werden – hilfreich, wenn regelmäßig gleichartige Befliegungen ausgewertet werden.
Metashape Professional deckt damit die gesamte Kette von der Befliegung bis zur Auswertung in einer Anwendung ab. Wer in die Drohnenvermessung einsteigt oder eine bestehende Auswertung professionalisieren möchte, findet in der permanenten Lizenz eine langfristig planbare Grundlage. Bei Fragen zur passenden Edition, zu Netzwerklizenzen oder zum optionalen technischen Support beraten wir gern.

