Museen, Sammlungen und Denkmalpflege digitalisieren ihre Objekte zunehmend in 3D – für Archiv, Forschung, Restaurierung und Vermittlung. Für die Erfassung stehen zwei etablierte Wege bereit: der 3D-Scanner und die Photogrammetrie. Beide führen zu einem digitalen Modell, unterscheiden sich aber in Ausrüstung, Ablauf und Eignung. Dieser Beitrag ordnet ein, wann welcher Weg sinnvoll ist – und dass sich beide oft ergänzen.
Photogrammetrie: aus Fotos wird ein Modell
Bei der Photogrammetrie entsteht das 3D-Modell aus überlappenden Fotos. Die Ausrüstung ist vergleichsweise zugänglich: Kamera, Stativ, gleichmäßige Beleuchtung und eine Software wie 3DF Zephyr oder Agisoft Metashape reichen für viele Objekte aus. Ein anschauliches Beispiel liefert das Ägyptische Museum in Turin: Für die Ausstellung „Archeologia Invisibile“ wurden Fundstücke per Nahbereichs-Photogrammetrie erfasst – darunter die Mumie einer Katze aus der Zeit von 722 bis 332 v. Chr., rekonstruiert aus 178 Aufnahmen einer Spiegelreflexkamera und verarbeitet in 3DF Zephyr. Stärken der Methode sind die realistische Farb- und Texturwiedergabe und die geringe Einstiegshürde; empfindliche oder glänzende Oberflächen und die richtige Ausleuchtung erfordern jedoch Sorgfalt.
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3D-Scanner: präzise Geometrie auf Knopfdruck
3D-Scanner erfassen die Geometrie eines Objekts direkt und meist sehr präzise. Handgeführte Streifenlicht-Scanner wie der Artec Eva tasten Oberflächen kontaktlos ab und eignen sich für Objekte, bei denen es auf maßhaltige Form ankommt – etwa in Restaurierung, Reverse Engineering oder Dokumentation. Der Artec Eva wird ausdrücklich auch für Anwendungen im Bereich Kulturerbe eingesetzt. Scanner liefern reproduzierbare Ergebnisse ohne aufwendige Nachbearbeitung der Ausrichtung, sind in der Anschaffung aber deutlich kostenintensiver als eine reine Foto-Ausrüstung.
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Welcher Weg passt?
Als Faustregel gilt: Steht die originalgetreue Optik im Vordergrund – Farbe, Textur, Patina – spielt die Photogrammetrie ihre Stärken aus und ist zudem günstiger im Einstieg. Kommt es auf maßhaltige Geometrie und Wiederholgenauigkeit an, ist der 3D-Scanner meist die robustere Wahl. Objektgröße, Oberflächenbeschaffenheit, geforderte Genauigkeit und Budget geben letztlich den Ausschlag. In vielen Projekten werden beide Verfahren kombiniert: der Scanner für die präzise Form, die Photogrammetrie für die fotorealistische Textur.
Ob Photogrammetrie-Software, ein passender 3D-Scanner oder eine Kombination aus beidem – die richtige Wahl hängt vom Objekt und vom Ziel der Digitalisierung ab. Wir führen beide Welten im Sortiment und beraten Museen, Restaurierungsbetriebe und Forschungseinrichtungen zur passenden Lösung für ihr Kulturgut.



